Themenschwerpunkt SoSe 2020: Philosophischer Essayismus

17.02.2020

Der Essay. Philosophische Positionen - Einsatz im Unterricht - Einüben ins Schreiben

 

Der Essay ist nicht bloß eine von vielen möglichen literarischen Formen, deren sich die Philosophie bedienen kann. Er ist Ausdruck einer spezifischen philosophischen Denkform, ja Denkhaltung: Der philosophische Essayismus bezweifelt die Möglichkeit der Erkenntnis absoluter Wahrheit, doch er betont die Notwendigkeit beständiger Wahrheitssuche. Mit ihm verbindet sich der Gestus, philosophische oder alltäglich begegnende Überzeugungen zu prüfen und sich dazu versuchsweise zu positionieren, um zugleich den eigenen, stets vorläufigen Standpunkt zu reflektieren und zur Diskussion zu stellen. Essays zu schreiben oder zu lesen, bedeutet: sich im Denken orientieren zu wollen und gerade in Meinungsverschiedenheiten einen Ansporn dafür zu finden. So ist der Essay denn auch das bevorzugte Genre, wenn es gilt, sich in fachwissenschaftliche Kontroversen oder in öffentliche Debatten einzuschalten.

Die dem Themenschwerpunkt zugeordneten Lehrveranstaltungen und das begleitende Tutorium befassen sich mit der Geschichte und Theorie des Essays, mit der Vielfalt essayistischer Schreibformen und dem Einüben ins Schreiben. Ziel ist es, die Bedeutung philosophisch-essayistischen Denkens und Schreibens nicht nur für die Fachwissenschaft, sondern auch für den schulischen Unterricht und in außerakademischen Zusammenhängen begreiflich zu machen.