Essaywettbewerb im Wintersemester 2020/21: „Dissensgesellschaft“

17.02.2020

Freie Meinungsäußerung, Meinungsvielfalt und öffentliche Kontroversen sind Kennzeichen einer freien Gesellschaft – Dissens ist ihr Element: „Jeder, der weiß, dass er widersprechen kann, weiß auch, dass er gewissermaßen zustimmt, wenn er nicht widerspricht“ (Hannah Arendt).

Doch warum braucht eine Gesellschaft den Widerspruch? In welchem Verhältnis stehen Dissens und Konsens zueinander - und wo zeigen sich Ambivalenzen? Welche Freiheiten ermöglicht Dissens? Vor welche Herausforderungen stellen uns widerstreitende Auffassungen? Worin unterscheidet sich Dissens von Spaltung? Was sind aktuelle Erscheinungsformen der Uneinigkeit? Welche Rolle spielen dabei die Bildungsinstitutionen? Was bedeutet es, einen Dissens auszuhalten? Und was folgt auf Dissens? Ist Dissens eine Aufgabe der Philosophie?

Der Essay ist nicht bloß eine von vielen möglichen literarischen Formen, deren sich die Philosophie bedienen kann. Er ist Ausdruck einer spezifischen philosophischen Denkform, ja Denkhaltung: Der philosophische Essayismus bezweifelt die Möglichkeit der Erkenntnis absoluter Wahrheit, doch er betont die Notwendigkeit beständiger Wahrheitssuche. Mit ihm verbindet sich der Gestus, philosophische oder alltäglich begegnende Überzeugungen zu prüfen und sich dazu versuchsweise zu positionieren, um zugleich den eigenen, stets vorläufigen Standpunkt zu reflektieren und zur Diskussion zu stellen. Essays zu schreiben oder zu lesen, bedeutet: sich im Denken orientieren zu wollen und gerade in Meinungsverschiedenheiten einen Ansporn dafür zu finden. So ist der Essay denn auch das bevorzugte Genre, wenn es gilt, sich in fachwissenschaftliche Kontroversen oder in öffentliche Debatten einzuschalten.

Abgabe: 30. 3. 2021 (per Mail)

Essaywettbewerb 

Essayschwerpunkt

Eine sechsköpfige Jury drei Preisträger*innen auswählen. Der beste Essay wird in der studentischen Zeitschrift [Der Arbeitstitel] publiziert.