Filmisches Philosophieren im WS 21/22

11.11.2021

„Filmisches Philosophieren“, die Filmreihe des Philosophischen Seminars und des Kinos in der Pumpe, ist nach drei Semestern pandemiebedingter Pause zurück. An drei Terminen im Semester wird im Kino in der Pumpe ein Film gezeigt, der anschließend in einem Kurzvortrag von einem Mitglied des Philosophischen Seminars oder von einem auswärtigen Gast philosophisch kommentiert und mit dem Publikum diskutiert wird. Alle Interessierten, insbesondere aber natürlich die Studierenden des Philosophischen Seminars, sind herzlich willkommen! Wir freuen uns, Sie zu in diesem Semester zu den folgenden Terminen in das Kino in der Pumpe (Haßstr. 22) einladen zu können:

23.11.21, 18:30 Uhr:
Menschlichkeit: 12 Years a Slave (USA/UK 2013)
Moritz Riemann, M.A.

Solomon Northup wächst als Sohn eines befreiten Sklaven im Bundesstaat New York auf. Mit seiner Frau und seinen Kindern führt er ein Leben als Farmer, Handwerker und Musiker und gelangt so zu gesellschaftlichem Ansehen und Wohlstand. Während eines Engagements als Violinist wird er entführt und in den Süden der USA als Sklave verkauft. Zwölf Jahre lang muss er auf verschiedenen Farmen unter falschem Namen dienen. Seine Fluchtversuche scheitern und selbst der Kontakt zu seiner Familie ist unmöglich – bis er schließlich mit der Hilfe eines Amish-Wanderarbeiters seine Freiheit wiedererlangt. Mit 12 Years a Slave wurde Northups Autobiographie 2014 von Steve McQueen in die Kinos gebracht und als bester Film mit dem Oscar ausgezeichnet. Der Film ist nicht nur eine Bearbeitung der Geschichte der US-amerikanischen Sklaverei jenseits des Blaxploitation-Genres. Er bietet seinem Publikum auch eine Parabel auf die Janusköpfigkeit der Menschlichkeit und die Fortsetzung radikaler Diskriminierung zwischen unterschiedlichen Auslegungen des Rechts.

11.01.22, 18:30 Uhr:
Subjektivität: Porträt einer jungen Frau in Flammen (Frankreich 2019)
Heike Behnke, M.A.

Im Jahr 1770 wird die Malerin Marianne für eine Auftragsarbeit auf eine abgelegene Insel in der Bretagne eingeladen. Hier soll sie das Portrait einer jungen Adligen anfertigen, um deren arrangierte Ehe zu besiegeln. Doch die störrische Héloïse weigert sich, Modell zu sitzen, und so muss Marianne sich als Gesellschafterin ausgeben und die in Gesprächen und auf Spaziergängen gewonnenen Eindrücke heimlich auf die Leinwand bringen. Je näher sich die beiden Frauen kommen, desto schwerer fällt der Künstlerin das Versteckspiel, und ihre Versuche, das Wesen ihrer neuen Freundin in einem Bild zu fassen, misslingen kläglich. Während ihrer Romanze verstricken sich Malerin und Modell in ein kompliziertes Spiel aus Anblicken und Angeblicktwerden, bei dem die festgeschriebenen Rollen zu verschwimmen drohen. Céline Sciammas Film rührt nicht nur an die Frage des künstlerischen Selbstverständnisses, sondern stellt uns vor das universelle Problem der Begegnung mit dem anderen Ich. Ist es überhaupt möglich, eine Person zum Objekt eines Bildes zu machen, ohne dabei das, was sie ausmacht, zu verlieren? Ist der Blick des anderen Subjekts Zwang oder Befreiung, Bedrohung oder Erfüllung?

01.02.22, 18:30 Uhr:
Radikale Interpretation: Arrival (USA 2016)
Prof. Dr. Dirk Westerkamp

Zwölf extraterrestrische Flugobjekte landen an verschiedenen Orten der Erde. Erste Versuche, mit den außerirdischen Wesen zu kommunizieren, scheitern. Das US-Militär rekrutiert die Sprachwissenschaftlerin Louise Banks und den Physiker Ian Donelly, denen es gelingt, an Bord zu gelangen und in Kontakt mit zwei der außerirdischen Heptapoden (Siebenfüßler) zu treten. Die Heptapoden kommunizieren in rätselhaften logographischen Zeichen. Deren fortschreitende Entschlüsselung führt zu Deutungsproblemen und Missverständnissen, die Teile der besorgten Weltgemeinschaft zu dem Entschluss bringen, die zunehmend als Bedrohung wahrgenommenen Aliens anzugreifen. Erst langsam wird klar, warum die Außerirdischen den Kontakt suchen – und was das Ganze mit dem Tod der zwölfjährigen Tochter von Louise Banks zu tun hat. Der in düsteren Bildern erzählende Film führt die moralischen Probleme unseres Verhältnisses zu anderen Wesen ebenso vor Augen wie die linguistische Frage nach der Welterschließungskraft unserer natürlichen Sprachen. Er lädt ein zu sprachphilosophischen Reflexionen über die Situation radikaler Verständnislosigkeit, der jedes mögliche Verstehen überhaupt erst entspringt, sowie über die eigentümliche Macht schriftbildlicher Handlungen, die zwischen Leben und Tod entscheiden können.

Zertifikatsstudiengang Forschungsethik

19.10.2021

Pünktlich zur Vorbereitungswoche und zum anstehenden Semesterstart ist die Pressemitteilung zu unserem Zertifikatsstudiengang und zu unserer ersten Absolventin rausgegangen.

                    

GANPH-Workshop der AG "Philosophische Anthropologie in der Antike"

10.08.2021

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

nach einem Jahr Abstinenz freuen wir uns, Sie zu dem diesjährigen GANPH-Workshop der AG "Philosophische Anthropologie in der Antike" einladen zu können. Der Workshop zum Verhältnis von Individuum und Gesellschaft im antiken Denken wird per zoom digital am 16. und 17. Juli 2021 stattfinden. Weitere Details entnehmen Sie gerne dem Poster.

 

Alle Interessierten sind uns willkommen!

Ausbruch. Ein Podcast in Zeiten der Pandemie

Die Erfahrungen der letzten Monate waren geprägt von der Frage, wie Universität in Zeiten der Pandemie gestaltet werden kann. Allerdings ist die zur Beantwortung dieser Frage entscheidende Verständigung darüber, was uns als Universität überhaupt ausmacht, oftmals zurückgestellt worden.

Angesichts dessen versucht der Podcast, die philosophische Orientierung in die Wohnzimmer tragen. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich zu beteiligen und eigene Folgen zum Thema "Was ist eine Universität?" zu entwickeln - ob allein oder im Team, ob als Vortrag, Gespräch oder Collage!

Melden Sie sich bei Interesse gern bei Dr. Melanie Reichert: reichert@philsem.uni-kiel.de

 

Ausbruch 1 -- Ralf Konersmann, Zauber des Anfangs

Ausbruch 2 -- Klaas Hadaschik, Über das Briefschreiben

Ausbruch 3 -- Norman Marquardt und Timm Lewerenz, Ein Gespräch über Pflanzen

Ausbruch 4 -- Eric Grabow, Heike Behnke und Inga Wiedmann, Über das Lernen

Podcast der Gouvernementalität – Erster studentischer Hörkreis an der CAU

10.08.2021

 

Anlässlich des Uni-Lockdowns richtete die Fachschaft Philosophie Anfang 2021 den ersten studentischen Hörkreis an der CAU aus.

Studierende und Dozierende vertonten Michel Foucaults 1978 gehaltene Vorlesung "Sicherheit, Territorium, Bevölkerung", in der es um die Entstehungsbedingungen und Prämissen modernen Regierens geht.

Die Folgen sind in eine Rahmenhandlung eingebunden: Genau 43 Jahre nach den originalen Vorlesungen wurde Foucault von der Fachschaft neu beschworen - und sprach zu uns durch Medien. Das dreizehnfolgige Experiment sollte so auch den Auswirkungen von Online-Lehre auf die Philosophie nachspu‌ren und zeigen, wie eine kritische, dezentrale und reflektierte Digitalisierung an der Universität aussehen könnte.

Der Kurs ist weiterhin vollständig verfü‌gbar (https://lms.uni-kiel.de/auth/RepositoryEntry/3866525747). Sollte er nicht kaltherzig vom Rechenzentrum gelöscht werden, wird er das auch bis in alle Ewigkeit bleiben. Ob allein oder in einer selbstgefundenen Gruppe: Habt ihr Lust auf selbstverwaltetes Philosophieren, nutzt gerne unsere Strukturen. Es ist alles vorhanden, um Foucault - sollte man ihn wieder einmal brauchen - neues Leben einzuhauchen.

Viel Spaß und fröhliches Gruseln!

Neuerscheinung: Christine Blättler, „Benjamins Phantasmagorie. Wahrnehmung am Leitfaden der Technik"

10.08.2021

Christine Blättler, Professorin für Wissenschaftsphilosophie am Philosophischen Seminar, hat mit „Benjamins Phantasmagorie. Wahrnehmung am Leitfaden der Technik" ein Buch über Entstehung, Wanderung und Wirkung einer modernen Leitmetapher verfasst.

Der Band eröffnet die Buchreihe DEJAVU THEORIE der DEJAVU Gesellschaft für Fotografie und Wahrnehmung e.V.

Mehr Informationen finden Sie hier.

Neuerscheinung: Fenja Wiechel-Kramüller: Adolph Lowe als Wirtschaftsphilosoph

10.08.2021

Fenja Wiechel-Kramüller, Studentin im Masterstudiengang Philosophie, hat ein Buch über „Adolph Lowe als Wirtschaftsphilosoph. Von der Kieler Schule zur Politischen Ökonomik" im Wachholtz Verlag publiziert. Es liefert Einblicke in die Kieler Universitätsgeschichte, in die Konjunkturforschung der 1920er Jahre sowie in Lowes Hauptwerk „Politische Ökonomik". Der Band bildet den Auftakt der neuen Reihe „Kieler Schriften zur Wirtschaftsphilosophie" und wird vom Kiel Center for Philosophy, Politics and Economics herausgegeben. 

Den Flyer zum Buch finden Sie hier.

Neuerscheinung: "Forschendes Lernen und Heterogenität", hrsg. v. Heiko Liepert und Sarah Walz

10.08.2021

https://www.philsem.uni-kiel.de/de/termine-und-aktuelles/neuerscheinung-forschendes-lernen-und-heterogenitaet-hrsg-v-heiko-liepert-und-sarah-walz/edit       
 

 Forschendes Lernen und Heterogenität
Das Praxissemester Philosophie an der CAU Kiel
Heiko Liepert, Sarah Walz (Hrsg.)
2021, 148 Seiten ISBN 978-3-8325-5271-8 Preis: 19.90 €

Wie kann problemorientierter Unterricht an den Lernenden ausgerichtet werden? Wie gelingt eine Unterrichtsplanung, die sowohl die Fachinhalte als auch die Schüler*innen angemessen berücksichtigt? Worin besteht eigentlich das Wesentliche des eigenen Schulfaches? Diesen und weiteren Fragen widmet sich dieser Sammelband aus der Perspektive des Philosophieunterrichts. Unter den übergeordneten Themen „Heterogenität“ und „Forschendes Lernen“ versuchen die einzelnen Beiträge sowohl Klarheit zu schaffen und Orientierung zu geben als auch weitere Diskussionen, Stellungnahmen und Untersuchungen anzuregen. Dazu werden engagierte Versuche von Studierenden im Rahmen des Praxissemesters und versierte Expertenstatements ausgewiesener Philosophie-didaktiker*innen miteinander kombiniert. Auf diese Weise eröffnen sich Möglichkeiten, Theorie und Praxis gezielt mithilfe empirischer Methoden zu vermitteln, das Verhältnis zwischen Problem- und Schüler*innenorientierung neu zu perspektivieren und das Selbstdenken der Lernenden in den Mittelpunkt zu rücken. Dieses Studien- und Arbeitsbuch steht ganz im Zeichen des Forschenden Lernens und verspricht nicht nur angehenden und erfahrenen Philosophielehrkräften Ideen, Anregungen und Impulse zu geben, sondern jedem, der sich für die Erprobung von Schnittstellen und Brücken zwischen Geisteswissenschaften, empirischer Bildungsforschung und pädagogischer Lehr-Lern-Praxis interessiert.

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Flyer

Essaywettbewerb im Wintersemester 2020/21: „Dissensgesellschaft“

10.08.2021

Freie Meinungsäußerung, Meinungsvielfalt und öffentliche Kontroversen sind Kennzeichen einer freien Gesellschaft – Dissens ist ihr Element: „Jeder, der weiß, dass er widersprechen kann, weiß auch, dass er gewissermaßen zustimmt, wenn er nicht widerspricht“ (Hannah Arendt).

Doch warum braucht eine Gesellschaft den Widerspruch? In welchem Verhältnis stehen Dissens und Konsens zueinander - und wo zeigen sich Ambivalenzen? Welche Freiheiten ermöglicht Dissens? Vor welche Herausforderungen stellen uns widerstreitende Auffassungen? Worin unterscheidet sich Dissens von Spaltung? Was sind aktuelle Erscheinungsformen der Uneinigkeit? Welche Rolle spielen dabei die Bildungsinstitutionen? Was bedeutet es, einen Dissens auszuhalten? Und was folgt auf Dissens? Ist Dissens eine Aufgabe der Philosophie?

Der Essay ist nicht bloß eine von vielen möglichen literarischen Formen, deren sich die Philosophie bedienen kann. Er ist Ausdruck einer spezifischen philosophischen Denkform, ja Denkhaltung: Der philosophische Essayismus bezweifelt die Möglichkeit der Erkenntnis absoluter Wahrheit, doch er betont die Notwendigkeit beständiger Wahrheitssuche. Mit ihm verbindet sich der Gestus, philosophische oder alltäglich begegnende Überzeugungen zu prüfen und sich dazu versuchsweise zu positionieren, um zugleich den eigenen, stets vorläufigen Standpunkt zu reflektieren und zur Diskussion zu stellen. Essays zu schreiben oder zu lesen, bedeutet: sich im Denken orientieren zu wollen und gerade in Meinungsverschiedenheiten einen Ansporn dafür zu finden. So ist der Essay denn auch das bevorzugte Genre, wenn es gilt, sich in fachwissenschaftliche Kontroversen oder in öffentliche Debatten einzuschalten.

Abgabe: 30. 3. 2021 (per Mail)

Essaywettbewerb 

Essayschwerpunkt

Eine sechsköpfige Jury drei Preisträger*innen auswählen. Der beste Essay wird in der studentischen Zeitschrift [Der Arbeitstitel] publiziert.

Institutskolloquium

10.08.2021

Liebe Mitglieder des Philosophischen Seminars,

seit langem besteht der Wunsch mit allen Institutsangehörigen auch inhaltlich, philosophisch ins Gespräch zu kommen und einen Einblick in die verschiedenen Forschungsschwerpunkte zu bekommen. Wir Mitarbeiter im Mittelbau haben deshalb die Initiative ergriffen und möchten alle Institutsangehörigen zu dem von uns organisierten Institutskolloquium einladen. Es soll während der Vorlesungszeit regelmäßig ca. einmal im Monat stattfinden. Der erste Termin ist der 28.06.2021, 16 Uhr via Zoom:

https://uni-kiel.zoom.us/j/62161417455?pwd=eTl0a2IwWWgxZE80YXlsQ2hLNTF6UT09

Meeting-ID: 621 6141 7455

Kenncode: 801855

Das Thema ist „Was sind Ideen? Zur Problematik einer Ideenlehre bei Platon". Viktoria Bachmann wird eine Überlegung vorstellen, die sie kürzlich als Aufsatz in einer Festschrift für Barbara Zehnpfennig veröffentlich hat. In ihrem Vortrag wird sie die gedankliche Grundlinie mündlich vorstellen.

Arbeitskreis: Frauen in der Philosophie

10.08.2021

Mitarbeiterinnen des Philosophischen Seminars haben eine Arbeitsgruppe zum Thema "Frauen in der Philosophie" gegründet, die sich insbesondere zum Ziel setzt, am Philosophischen Seminar für Genderfragen zu sensibilisieren, Frauen in der akademischen Philosophie mehr Sichtbarkeit zu verschaffen und weibliche Studierende zu fördern.

Interessierte melden sich gerne bei Heike Behnke, Anne Döring, Melanie Reichert, Katia Hansen, Dr. Andrea Klonschinski oder Dr. Astrid v. d. Lühe.

Conference on Climate Change Adaptation Finance: Normative and EmpiricaI Perspectives

07.09.2021

September 6-7, 2021 (online)

The conference brings together leading scholars working on adaptation finance who will present their work on topics such as risk reduction, justice & equity, access to finance, reporting and allocative issues. From a variety of perspectives and disciplines, the conference aims at discussing how to achieve an effective and fair distribution of available adaptation finance and how to increase that funding. More information on www.adjust-climate.org

Registration is free. Please contact Jochen Heubach (jheubach[at]philsem.uni-kiel.de) by September 1st if you would like to participate.