DFG-Projekt "Sittlichkeit und Nachhaltigkeit in einer Postwachstumsgesellschaft"

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Projektbeschreibung

Die leitende Annahme des Forschungsvorhabens ist, dass Gesellschaften, die das physische Ausmaß ihrer Produktions- und Konsumptionssphäre einschließlich ihrer klimawirksamen Emissionen auf ein nachhaltiges bzw. naturverträgliches Maß reduzieren wollen, mit hoher Wahrscheinlichkeit keine dauerhaft hohen BIP-Wachstumsraten mehr generieren können. Solche Gesellschaften müssen sich somit selbst als Postwachstumsgesellschaften institutionalisieren. Hierfür gibt es keine historischen Vorbilder. In einer selbstbewussten und freien Abkehr von Wachstumsorientierung liegen aber auch Reformpotentiale.

Im Forschungsprojekt sollen daher Bedingungen, Grundzüge und Potentiale einer „gelingenden“ Postwachstumsgesellschaft herausgearbeitet werden. Die Intuition, von der sich das Projekt leiten lässt, kann titelartig überschrieben werden als „Transformation in sittlicher Freiheit“. Diese Intuition soll durch eine systematische Verbindung dreier Komponenten theoretisch eingeholt werden. Diese Komponenten sind a) eine „tiefe“ anthropozentrische Umweltethik, b) eine Konzeption „starker“ Nachhaltigkeit und c) eine an Hegel anknüpfende, normativ gehaltvolle Gesellschaftstheorie. Die Ausarbeitung dieser Gesellschaftstheorie steht im Zentrum des Forschungsvorhabens. Im Forschungsvorhaben sollen anhand von Hegels „Grundlinien der Philosophie des Rechts“ spezifische Optionen für einen im Lichte von Umweltethik und Nachhaltigkeitstheorie wünschenswerten Wandel in westlichen Gesellschaften systematisch analysiert und beurteilt werden. Das Paradigma („Reallabor“) ist die deutsche Gesellschaft. Es wird hypothetisch vorausgesetzt, dass freiheitliche, dezentrierte und heterarchische Gesellschaften selbstkritisch, lernfähig und reformierbar sind.

Antragsteller*in: 

Prof. Dr. Konrad Ott

Förderung

Durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) seit 2019 gefördert. 

Mitarbeiter/-innen DFG

Eric Grabow

Haziran Zeller